Neben dem traditionellen Karate trainieren wir auch Yamanni Chinen Ryū Kobujutsu – eine der ältesten und ursprünglichsten Waffenkünste Okinawas. Der Stil hat seine Wurzeln im traditionellen okinawanischen Kobudō und wurde über Generationen innerhalb der Chinen-Familie weitergegeben. Besonders bekannt ist Yamanni Ryū für seine dynamischen, fließenden und zugleich äußerst kraftvollen Bewegungen mit dem Bō, dem etwa 1,82 m langen Langstock.
Im Zentrum des Trainings steht nicht nur die Beherrschung der Waffen, sondern vor allem die Entwicklung von Körperstruktur, Timing, Distanzgefühl und natürlicher Bewegungsdynamik. Die Techniken wirken weich und fließend, entfalten jedoch enorme Präzision und Effektivität. Charakteristisch für Yamanni Ryū ist die besondere Körperarbeit, bei der Kraft nicht isoliert aus Armen oder Schultern entsteht, sondern aus der Bewegung des gesamten Körpers.
Traditionell bildet der Bō die Hauptwaffe des Systems. Ergänzend werden je nach Ausbildungsstand weitere klassische okinawanische Waffen trainiert, darunter Sai, Tunfa. Viele der überlieferten Kata reichen historisch bis zu den alten Kampfkunsttraditionen Okinawas und den Einflüssen chinesischer Stockkampfsysteme zurück.
Das Training im Yamanni Chinen Ryū ergänzt das Karate ideal. Die Arbeit mit den Waffen verbessert Haltung, Koordination, Stabilität, Reaktionsfähigkeit und das Verständnis für Distanz und Bewegungsfluss. Gleichzeitig vermittelt das Kobujutsu einen direkten Zugang zur traditionellen Kampfkunst Okinawas und bewahrt historische Techniken und Trainingsmethoden, die über viele Generationen nahezu unverändert weitergegeben wurden.
Heute wird der Stil international vor allem durch die Linie von Shihan Toshihiro Oshiro verbreitet, der Yamanni Chinen Ryū aus Okinawa in die westliche Welt brachte und sich der Bewahrung dieser traditionellen Kampfkunst widmet. Shihan Toshihiro Oshiro gilt dabei als einer der bedeutendsten Vertreter dieser Stilrichtung.
